Rotfuchs

Vor einiger Zeit war ich in einem Gebiet unterwegs, von dem ich erfahren hatte, dass sich dort angeblich besonders gut Rotfüchse fotografieren lassen. Ich baute mein NIKON AF-S VR 4,0/600mm in gebührender Entfernung zum Bau auf, setzte mich dahinter auf den Boden und begann mit dem, was Naturfotografen meistens tun. Sie warten. Irgendwann überkam mich das Gefühl, beobachtet zu werden. Als ich mich umdrehte, bemerkte ich den Rotfuchs hinter mir, der es sich bequem gemacht hatte und mein seltsames Treiben wenig scheu aber doch wachsam und interessiert beobachtete.

Eine Gelegenheit für ein solches Foto bietet sich nicht oft, nur für das 600er war der Fuchs viel zu nah und das Hantieren mit Stativ und Supertele hätte ihn wahrscheinlich verschreckt.

Was also tun? Glücklicherweise habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, beim Fotografieren mit Superteles stets ein zweites Kameragehäuse mit kürzerer Brennweite griffbereit zur Hand zu haben, um auf alles vorbereitet zu sein. Ein Aufwand, der zugegebener Maßen in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sinnlos ist und mir ob meiner Pedanterie schon häufiger mitleidiges Lächeln meiner Kollegen eingebracht hat.

Bei diesem Glücksfall jedoch war meine Vorbereitung alles andere als sinnlos. Ich griff mir meine NIKON D700 mit dem AF-S VR 2,8/70-200mm und legte mich langsam und behutsam auf den Boden, um in eine perfekte Aufnahmeposition zu kommen. Mit offener Blende gelangen mir eine ganze Reihe von intensiven Portraits, bevor der Fuchs irgendwann aufstand und sich gemächlich in die Büsche zurückzog.

Tragen Sie es also einfach mit Fassung, wenn Sie von Kollegen belächelt werden, weil Sie sich auf alle Eventualitäten vorbereiten, denn Sie wissen es besser: Es kann sich lohnen.